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SPOC ... es geht doch NIE darum, den anderen zu ueberzeugen, sondern das Publikum, das in diesem Fall tatsaechlich mal etwas lernen kann.
Was am Ende immer fehlt, ist die Abstimmung, wer denn nun ueberzeugender war. Und wer MICH grad mehr ueberzeugt, kannst Du ja sicherlich grob abschaetzen ...
Democracy Dies in Darkness
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Dass du hier überhaupt ein Publikum "siehst" welches es zu überzeugen gilt zeigt sehr deutlich, wie weit wir auseindner sind.
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Bin meiner Vermutung mal nachgegangen und ich denke, es bestätigt sich.
![[Bild: 6L1KFw7l.jpeg]](https://i.imgur.com/6L1KFw7l.jpeg)
Zwar werden bei den 1N400x keine Zeiten genannt, doch lässt die Sperrschichtkapazität durchaus vermuten, es würde sich bei 1N und UF um die gleiche Diode handeln.
Weiterhin sind die Schaltzeiten von Schottky-(Barrier-) Dioden deutlich kürzer bei weitaus höheren Sperrschichtkapazitäten, doch die einfachen SI-Dioden sind nicht weit entfernt. Gemäß den Fairchild-Datenblättern war dies schon vor 20 Jahren Stand der Fertigungstechnik.
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(20.01.2026, 15:01)Mauersegler schrieb: zeigt sehr deutlich, wie weit wir auseindner sind.
Und das ist gut so.
Afrika waere gut.
Alderaan waere besser.
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20.01.2026, 15:41
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.01.2026, 15:42 von Mauersegler.)
Na, ich meinte in unsererer Auffassung. Von mir aus kannst du im selben Haus wie ich wohnen, wäre mir egal. Entweder würden wir bei einem kühlen Getränk ewig darüber diskutieren oder halt nicht - wie auch immer.
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20.01.2026, 18:53
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.01.2026, 14:06 von scope.)
Sehr schön, dass sich ein paar Leute doch noch praktisch mit der Sache beschäftigt haben. Das ist ja eher selten der Fall.
Die Messung der Sperrschichtkapazität kann ich zurzeit leider nicht nach den Vorgaben durchführen. Zwar sind die 4 VDC zuschaltbar, aber nur bis 200 KHz.
Da kann und muss man also das Datenblatt bemühen.
Meine 4004 aus aktueller Fertigung (Hersteller unbek) schlagen sich sehr gut, und haben mit der Simzlation nichts gemeinsam.
Da werden also die Modelle das Ergebnis verfälschen.
Nach den weiter oben genannten Bedingungen sieht das also gut aus und selbst mit der unbekannten, ungestempelten Diode sind keinerlei Probleme zu erwarten.
Was da entsteht, muss es erst mal bis nach hinten schaffen, und da bleibt nichts übrig, was man mal enem so messen oder sogar hören kann.
Die Grafik ist mit einer Plotteremu gemacht, und das Gerät bietet kein Intensity grading. Solche Geräte habe ich zwar auch, aber die stehen am falschen Platz.
Sichtbar wird aber dennoch alles, was es zu sehen gibt.
1N4004
Der "worst Case", ohne zusätzliche Manipulation:
Das alles ist geklärt, aber das eigentlich interessante steht aus. Das Bad und der Eierbecher.
Was lässt sich am Elko davon nochn nachweisen, wie groß ist der gemessene Unterschied zu einer SR Diode am Elko, und was bleibt beispielsweise am Ausgang einer Vorstufe übrig?
Kurzum, wozu dient ein Austausch ? Das bleibt die eigentliche Frage.
Verschlechtert bzw. vebrbessert sich der unbewertete Störabstand? Gibt es einen Zuwachs bei THD&N in Bezug auf eine sehr kleine Ausgangsspannung?
Werden irgendwelche Veränderungen hörbar, und wie kämmen sie zustande?
So viele Fragen, aber alle hochinteressant, oder? Wie würdet ihr vorgehen, oder besser, wie geht ihr vor, damit es wasserdicht wird?
Ich konnte bislang nichts feststellen, und alle in diese Richtung gehenden Hörsessions verliefen (auch mit Kopfhörern) ohne jedes Ergebnis. Niemand konnte Unterschiede hören,
wenn nicht belannt war, welcher Zustand gerade spielt.
Für mich ist das vollkommen nachvollziehbar und war genau so zu erwarten, aber ein paar Vereinzelte sind rein emotional völlig anderer Meinung, können
aber nicht liefern, und haben auch kein Interesse daran.
Auch da vermisse ich jeden "Aktivismus".
Man kann und muss sich von solchen Leuten (oft ohne jede Praxis) immer wieder "erklären" lassen, dass all das, was man zu fassen bekommen möchte, SO nicht machen sei.
Aber selbst schaffen es diese Leute nur sehr selten, drei Duplosteine zu verbinden. Das Problem hat auch der Betreiber von Audioscience Review, der die Sache nüchtern angeht,
sich aber für viele audiophile Spinner und Frickler zum Feindbild gemacht hat.
Was meint ihr: WAS gewinnt man (von einer Beschäftigung abgesehen) durch vier moderne SR Dioden, beispielsweise in einem Hi-Fi Verstärker?
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20.01.2026, 19:44
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.01.2026, 20:34 von scope.)
Einen Blindtest mit SF Dioden sollte man sich aber sparen, da man genauso gut testen könnte, ob jemand ohne roten Umhang, eine 747 über die Landebahn schieben kann.
Kontrollierte Hörvergleiche (Blindtests) sind dennoch das einzige Werkzeug zur Prüfung, was man
von den Behauptungen einiger Leute halten darf.
Das hat man in der audiophilen Szene zwischenzeitig auch erkannt, und entsprechend reagiert.
Während vor rund 20 Jahren ein paar Foren-Urgesteine mit audiophilem Anspruch und geschwollener Brust
tatsächlich zu diversen dokumentierten Blindtests (Hifi-Forum) erschienen sind, und mit Pauken und Trompeten scheiterten, würde das HEUTE
keinem dieser Leute ein zweites mal passieren. Auch diese Leute lernen irgendwann dazu, was nicht bedeutet, dass sie
sich nicht weiterhin völlig überschätzen.
Auf einem Youtube Kanal eines mehr oder weniger bekannten "Audiophilen" erfuhr ich vor einigen Monaten von einer ganz neuen Strategie,
mit der man jeden Blindtest aushebeln kann, ohne in ungünstige Situationen zu geraten.
Das geht so (kein Witz) :
Es ist nicht möglich, zwei Verstärker in einem direkten Vergleich voneinander zu unterscheiden. Auch dann nicht, wenn man komfortabel umschalten kann.
Das funktioniert nicht, da beide Geräte über viele Stunden lang nicht voneinander zu unterscheiden sind.
Soweit Teil eins  ...aber....hört man sich beide Geräte wechselweise über Wochen , besser Monate an, wird man zunehmend mit einem Gerät in einem Maß zufriedener
hören können, dass es einfach nicht mehr möglich ist, den anderen zu verwenden. Man hat das Gerät dann entlarvt.
Die Unterschiede sind DANN auf einmal sehr klar zu hören, und werden dann auch umgehend erkannt, sodass es dann nicht mehr möglich ist,
mit dem vermeintlich schlechteren Gerät weiter zu hören.
Interessant, oder?
Was meint ihr, ist das nicht herrlich? Zwar beißt sich das mit früheren Behauptungen, Fehler in der Wiedergabe extrem schnell aufdecken zu können, aber was interessiert mich mein
Geschwätz von gestern? Man lernt immer noch dazu.
Also....Wer bei mir schon mal im BT keine gute Figur machte, und hier mitliest, ist natürlich "rehabilitiert".  Ist das nicht herrlich?
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20.01.2026, 20:34
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.01.2026, 21:05 von oldiefan.)
Nachtrag zum offensichtlich hier ungeeigneten Spice Simulations-Modell der Diode 1N 4004 (zur Ehrenrettung der Simulations-Fähigkeit)
Nicht nur das Modell der Diode 1N4004 hat im Vergleich zu den Messungen den Fehler, dass zu hohe Spikes resultieren (= "zu langsam") ,sondern ebenfalls auch die Spice-Modelle 1N4001 und 1N4002 in gleicher Weise.
Das Spice Modell 1N4007 hat diesen Fehler nicht.
.model 1N4007 D(IS=7.02767n RS=0.0341512 N=1.80803 EG=1.05743 XTI=5 BV=1000 IBV=5e-08 CJO=1e-11 VJ=0.7 M=0.5 FC=0.5 TT=1e-07 mfg=OnSemi type=silicon)
Tatsächlich sollten die Dioden 1N400x (x= 1 bis 7) sich auch im wesentlichen nur in ihrer breakdown voltage unterscheiden und sonst sehr ähnlich sein. Das Modell 1N4007 ist also auch für die anderen Typen der 1N400x Serie verwendbar.
Die Spice-Modelle 1N4001, 1N4002, 1N4004 sollte man nicht verwenden, wenn es darauf ankommt "wie schnell" die Dioden sind. Das ist die Lehre aus dem Vorstehenden.
Und damit (1N4007 Modell) sieht die LTSpice Simulation jetzt auch in "quantitativer Hinsicht" sehr ähnlich aus wie die entsprechenden Oszilloskopbilder für 1N4002 und 1N4004 gezeigt haben.
Ich habe in dieser LTSpice Simulation auch die Trafo-Eigenschaften noch etwas angepasst:
Sekundärwicklungskapazität auf 70 pF verringert (verkürzt die Abklingzeit der HF-Schwingung im Spike ähnlich zur Messung)
Trafo-Streuinduktivität auf 300 µH verringert.
Zusatz-Induktor zur Erhöhung der Streuinduktivität 150 µH, wie im Experiment (unteres Bild).
Masse-Bezugspunkt nicht an der Last sondern am Trafo (dadurch symmetrische Signalform wie bei den von mir vorher gezeigten Messungen / Oszilloskopbilder).
Gruß
Reinhard
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20.01.2026, 21:43
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.01.2026, 22:40 von scope.)
Ich hole nochmal einen früheren Post von Oldiefan hoch, da die Frage zumindest für mich nach wie vor ungeklärt ist.
Zitat: Schön, dass Du jetzt wenigstens so weit bist, den Spike-Effekt selbst nicht mehr zu negieren
Moment, das stimmt SO aber nicht. Ich habe die Darstellung in der erste Simulation dezent formuliert bezweifelt. Sie waren der Auslöser dafür, dass ich
mich nochmal gemeldet habe. Und das hat sich ja inzwischen auch geklärt.
Zitat:Denn darum ging es "wann sind schnelle Dioden im Gleichrichter besser, warum, was bewirken sie?"
Nein, nich ganz..."was bringen sie" , schrieb ich. Gemeint war also die Frage nach dem Ertrag am Ende des Tages.
Was sie bewirken, ist nur ein Teil der Frage. Die eigentliche Frage lautete "was sie bringem". Also der Nutzen einer Verwendung, bzw. einer Tauschaktion.
Dabei war besonders das Modigizieren alter Geräte im Fokis (also das pimpen).
Man kann mir nicht glaubhaft erzählen, dass man das macht, damit der kleine Zipfel an den Transformatorausgängen verschwindet.
Das Handeln muss doch andere Grünbde haben, einen Profit, eimen Nutzen, der das Gerät zu einer besseren Performance führt.
Ich kann mir ja vorstellen, dass genau diese Fragen nicht immer auf Interesse stoßen, aber das sollten sie eigentlich, da sie zum Ursprung aller Handlungen führen.
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(20.01.2026, 21:43)scope schrieb: Das Handeln muss doch andere Grünbde haben, einen Profit, eimen Nutzen, ...
Der Glaube macht's. Oder die Philosophie. Oder bereits eine Erwartung genügt, damit das Erwartete so wie erwartet wahrgenommen wird - Du hast es Placebo-Effekt genannt.
Ein Nutzen ist z. B. die Befriedigung, die aus dem Handeln selbst entsteht. Und oder der Spassfaktor, Happyness als Nutzen. Wenn's dadurch nicht schlechter wird...gönne doch jedem Tierchen sein Plaisierchen. Toleranz ist gefragt, wenn's keinem schadet.
Zitat dazu (Nelson Pass, https://www.diyaudio.com/community/threa...f4.302933/):
"It's debatable. Use whatever makes you happy. ... The standard "best" we have at Pass Labs is the fast/soft recovery types, but snubbing is the best thing whatever you use.".
Gruß
Reinhard
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Das Thema finde ich schon interessant, aber es tun sich bei mir Fragen auf.
Ich kenne mich mit Elektronik nicht so gut aus, daher mal eine Frage als kompletter Amateur... ich mag keinem Profi auf den Schlips treten.
Vielleicht kann mir die jemand beantworten, wenn er denn möchte. Im Forum gibt es ja auch viele hohe Rösser.
Also angenommen, ich habe ein Gerät mit Trafo mit hoher Streuinduktivität und die schlechtesten Dioden, es entstehen also diese Spikes.
Werden diese nicht spätestens nach dem Gleichrichter und Siebelko weggebügelt?
Sind diese Spikes also nur Störungen, die dann an anderer Stelle in die Schaltung induzieren?
Meines Verständnisses nach müsste die gleichgerichtete Spannung ja eigentlich recht sauber sein, diese Spikes oder das Problem der langsamen Dioden düfte doch eigentlich für die nachfolgende Schaltung wenig Einfluss haben, irrelevant sein und überhaupt nicht im Signalweg auftauchen, oder?
Beziehungsweise anders gefragt, ich raffe es selbst immer noch nicht, welchen Einfluss das Netzteil auf den Klang hat, wenn es gut dimensioniert ist und die Spannung am Ausgang glatt und ohne Restbrumm ist.
Gruß
Philipp
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21.01.2026, 07:00
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.01.2026, 07:52 von SABA-FAN.)
Kurzer Einwurf:
Meiner Erfahrung nach haben schnelle (fast oder Ultrafast recovery) Dioden bisher nur in Schaltnetzteilen ,Zündanlagen und überall dort, wo kurzweilige Impulse geschaltet werden eine vorteil gehabt. nämlich den, dass sie nicht so heiss wurden um sich selbst auszulöten und den, dass das gebrauchssignal nicht zu sehr verzerrt wurde. Grundsätzlich werden sie in Geräten eingesetzt um Schalttransistoren oder Mosfet zu schützen oder Signale mit hoher slewrate im ns bereich sauber weiterzuleiten um wenig Verlustleistung im Bauteil zu erreichen. Und dafür müssen sie halt schnell sein. Ansonsten reichte bisher standard.
Gruss Roger
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21.01.2026, 07:43
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.01.2026, 03:26 von oldiefan.)
(21.01.2026, 06:44)philbluesky schrieb: Also angenommen, ich habe ein Gerät mit Trafo mit hoher Streuinduktivität und die schlechtesten Dioden, es entstehen also diese Spikes.
Werden diese nicht spätestens nach dem Gleichrichter und Siebelko weggebügelt?
Sind diese Spikes also nur Störungen, die dann an anderer Stelle in die Schaltung induzieren?
Deine Fragen wurde zwar alle schon im Verlauf der Beiträge beantwortet, aber ich verstehe, wenn das verloren gegangen ist.
Auch wenn Du ein Gerät mit Trafo mit hoher Streuinduktivität hättest und die schlechtesten Dioden (was beides zusammen schon extrem unwahrscheinlich wäre), würden die Spikes gar nicht entstehen, weil in 99 % aller Geräte auch noch ein Snubber hinter dem Trafo oder Snubber-Kondensatoren über den Dioden eingebaut sind.
Und es stimmt, dass die Spikes am Ladeelko schon nicht mehr vorhanden sind, also auch nicht leitungsgebunden ab dort weitergeleitet werden. Die gleichgerichtete Spannung ist hinreichend "sauber". Käme es also dadurch zu unerwünschten Effekten (z.B. "buzz"), dann deshalb, weil die Leitungen zwischen Trafo und Gleichrichter diese Störung elektromagnetisch (wie eine Sendeantenne) abstrahlen.
Unter ungünstigen Umständen, können hochfrequente Störungen (diese Spikes enthalten eine hochfrequente Schwingung, die man auch als HF-Störung bezeichnen darf) in andere Stellen der Schaltung gelangen, ähnlich wie sie auch von Mobiltelefonen, Schaltnetzteilen in Lampen und anderen Geräten, die sich in der Nähe befinden oder sogar einem funkenden Lichtschalter, abgestrahlt werden. Also Ausbreitung wie ein Funksignal durch den Raum, ohne dass eine verbindende Leitung nötig wäre. Deshalb möchte man höherfrequente elektromagnetische Felder von Beginn an vermeiden, bzw. am Ort des Entstehens sofort vernichten, was man durch einen Dämpfungsglied (Snubber) sehr gut machen kann, das fast überall dafür heute standardmässig eingebaut ist - auf jeden Fall in allen "besseren" Geräten, aber sogar auch in den allermeisten preiswerten.
uk64 (Ulrich) hatte hier vorher ein Oszilloskopbild gezeigt, das den Spike weit gespreizt hat. Ein weiteres hatte ich davor gezeigt. Daraus lässt sich eine Frequenz im Bereich von ca. 100 kHz bis 1 MHz ablesen. Das ist eine Störfrequenz, wie sie z.B. auch in Schaltnetzteilen vorkommt.
Das Netzteil hat, wenn es gut dimensioniert ist und die Spannung am Ausgang glatt und ohne Restbrumm und ohne Spikes ist, keinen Einfluss auf den Klang. In erster Näherung ist das jedenfalls so.
Bei Endstufen spielt selbst der Restbrumm keine so große Rolle, der ist dort sogar noch relativ hoch, weil man nicht-stabilierte Netzteile dafür verwendet. Das darf man, weil ein Endverstärker so konstruiert ist, dass er mit relativ viel Restbrumm betrieben werden kann, ohne dass der auf das Ausgangssignal übertragen wird (Gleichtaktunterdrückung und Netzteil-Ripple-Unterdrückung, PSRR). Bei einem Vorverstärker, erst recht bei einem Phono-Vorverstärker, wäre aber auch wenig Restbrumm schon sehr störend. Die großen Elkodosen im Netzteil sind zwar auch dafür, dass sie den Brumm verringern, aber in erster Linie stellen sie einen Energiespeicher für schnelle und niederohmige Energieabgabe dar, den plötzliche Bass-Pulse (Paukenschlag) beanspruchen.
Eine pauschale Aussage "Netzteil hat keinen Einfluss auf den Klang" kann und würde sicher einen Sturm der Entrüstung und viel (berechtigten) Widerspruch hervorrufen. Da geht es auch um Rauschpegel, harte und weiche Trafos, Trafo-Schirmung (z.B. Flußband), Dimensionierung der Ladeelkos und einiges mehr.
Gruß
Reinhard
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• philbluesky, grautvOHRnix
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Vielen Dank Reinhard, dass Du so gut und ausführlich auf meine Frage eingegangen bist.
Und Du hast recht, ich meine auch, einige Stichpunkte schon mal gelesen zu haben, aber Dein letzter Beitrag ist für mich detaillierter, als die einzelnen kurzen Beiträge in dem Wust der Streiterei. Ich lerne lieber und frage dafür lieber nochmal nach.
Ok, wieder was gelernt. Zuerst vermutete ich Oberwellen des Spikes, aber als Du beschrieben hast, dass Ulrich das stark gespreizt dargestellt hat, ist es nun klarer. Heisst jetzt für mich, eigentlich wäre es kein Spike sondern wenn stark gespreizt, schlägt aus, schwingt und bricht wieder zusammen. Verstehe ich das so richtig? Muss ich nochmal genau nachlesen.
Trotz der vielen unnützen Scharmützel-Beiträge wieder was gelernt und auch verstanden. Bedeutet für mich, Dioden von der Geschwindigkeit unerheblich, da Snubber diese Ausschläge eh verhindert. Wird wahrscheinlich auch günstiger sein, als eine Schirmung. Das wäre jetzt noch ein Gedanke bei HF-Störungen.
Nochmals vielen Dank für Erklärung, Text und damit verbundene Zeit.
Gruß
Philipp
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21.01.2026, 12:12
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.01.2026, 14:28 von scope.)
Eine Statistik über die Snubber oder Fokos / Kerkos über den Dioden, liegt mir gerade nicht vor, aber bei den 99% bin ich lange nicht mehr dabei.
Zitat:Zitat dazu (Nelson Pass, https://www.diyaudio.com/community/threa...f4.302933/):
"It's debatable. Use whatever makes you happy. ... The standard "best" we have at Pass Labs is the fast/soft recovery types, but snubbing is the best thing whatever you
Nelson Pass hat viel Wasser gesoffen, und predigt im Zitat Wein. Eventuell hat er seine Sicht auf die der Dinge auch geändert, aber all dieses Zeug sucht man in den alten Thresholds ebenso vergeblich, wie in den frühen Derivaten von Nakamichi. Da findet man die üblichen 10-20 A Klötze, die
in dieser Disziplin ordentliche Effekte zeigen.....Interessierte damals aber keinen der Ingenieure bei Threshold ...Mit diesen zusätzlichen Teilen , verhlten sich die Geräte genau so gut oder eben genau so schlecht. Kann man also machen, wenn man Rentner ist, und das TV Programm nicht passt
Emotional gibt es aber in Einzelfällen (also manche Leute, die eigentlich betreut werden sollten) enorme Fortschritte im Bereich der Musikalität und der Spielfreude.
Und darunter befinden sich ebenfalls Ingenieure aus dem Fachbereich, mit denen ich darüber vor Jahrzehnten diskutiert habe Es hat anscheinend nichts mit der Ausbildung zu tun. Ich vermute da was religiöses, oder vielleicht auch Eigennutz?
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21.01.2026, 12:59
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.01.2026, 13:01 von uk64.)
Da gibt es ja auch noch die EMV, Aufgrund derer mal hier und dort und Kondensator landet.
Gruß Ulrich
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21.01.2026, 13:04
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.01.2026, 14:29 von gst.)
(21.01.2026, 12:12)scope schrieb: Emotional gibt es aber in Einzelfällen (also manchen Leuten, die eigentlich betreut werden sollten) enorme Fortschritte im Bereich der Musikalität und der Spielfreude.
Und darunter befinden sich ebenfalls Ingenieure aus dem Fachbereich, mit denen ich darüber vor Jahrzehnten diskutiert habe Es hat anscheinend nichts mit der Ausbildung zu tun. Ich vermute da was religiöses, oder vielleicht auch Eigennutz?
Sehr häufig sind Leute, die betreut werden, nicht in der Lage, solchen Diskussionen zu folgen. Es gibt jedoch Einzelfälle (nach meiner beruflichen Erfahrung weniger als 5% der Betreuten), die die Realität wahnhaft verschieben, obwohl sie intelligent genug sind bzw. sein sollten, die Realität richtig zu erkennen. Da gibt es Grade einer gewissen Meise bis hin zu heftigen Aggressionen (die Leute, die andere auf Jahrmärkten totfahren wollen und auch tun). Jedoch für alle kann man von einer psychischen Erkrankung sprechen, die durch psychiatrisches Fachpersonal begutachtet wurden. Fehlende Einsichtsfähigkeit ist auch ein Hauptmerkmal dieser Personengruppe.
Eine sinnvolle Diskussion mit diesem Personenkreis ist in ihrem persönlichen Magiefeld nicht möglich, obwohl sie in anderen Bereichen völlig unauffällig und normal erscheinen. Wenige haben Genuß an der Außendarstellung und bevorzugen dies nicht. Die wenigen, die das tun, fallen dann auch auf.
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Moin,
endlich hat mir mal jemand diese "Alleshörer" schlüssig erklärt.
Vielen Dank dafür,  gst!
Gute Grüße, Andreas
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(21.01.2026, 12:12)scope schrieb: Ich vermute da was religiöses, ...?
So sehe ich das auch.
Zu viel Objektivismus trifft daher selten auf offene Ohren.
Gruß
Reinhard
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Hmm. Ich sehe uns hier so auf 1/3 der Strecke und bin daher etwas verwundert, dass sich einige schon in Schlussverbrüderung mit gegenseitigem Schulterklopfen üben.
Bisher haben wir nur den niederfrequenten Teil an der Diode erarbeitet und wer niederfrequent sagt, muss auch ... genau, das eigentliche Klingeln (Ringing) steht noch aus.
OldieFan hat aus der Darstellung von uk64 die entstehende Störkomponente mit 800kHz angegeben.
Es entsteht an der Diode einmal dieser elektrische 100Hz-Effekt und andererseits dieser EMI-Effekt.
Woher kommt er?
Was bewirkt er?
Wie kann ihm begegnet werden?
Wohl wahr: Da hat >uns< der Mauersegler nach wie vor am Haken.
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Muss denn diesem Effekt überhaupt begegnet werden? Ich kann bisher noch nicht erkennen, wie dieser Effekt am Ausgang des Endverstärkers oder zumindest in der Stromversorgung des Vorverstärkers überhaupt ankommen kann. Von welcher Größenordnung sprechen wir, dass er nicht von den Siebkondensatoren plattgemacht wird?
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21.01.2026, 19:06
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.01.2026, 19:58 von oldiefan.)
(21.01.2026, 18:23)Florida Boy schrieb: Es entsteht an der Diode einmal dieser elektrische 100Hz-Effekt und andererseits dieser EMI-Effekt.
Woher kommt er?
Was bewirkt er?
Wie kann ihm begegnet werden?
Wohl wahr: Da hat >uns< der Mauersegler nach wie vor am Haken.
Das sind keine zwei Effekte. Es ist nur einer.
Da ein LC-Schwingkreis vorliegt, kommt es zu einer gedämpften HF-Schwingung (>100 kHz bis über 1 MHz, sogar bis 20 MHz wurde einmal genannt) im Wiederholungs-Takt von 100 Hz.
Ist zwangsläufig: Regt man einen Schwingkreis mit einem Puls an (Stimulus) gibt es eine gedämpfte Schwingung. Alle Schwingungsamplituden eines Stimulus zusammen bilden den Spike. Auf der Zeitachse sieht man das erst, wenn man sie im Bereich des Spikes stark spreizt.
Der Stimulus kommt mit einer Frequenz von 100 Hz. Mit jedem Stimulus beginnt die HF-Schwingung neu.
Spike gespreizt: f = 1,1 MHz, wiederholt sich mit 100 Hz.
Analog wie das Anstoßen einer Schaukel 100 x am Tag. Nach jedem Anstoßen schwingt sie gedämpft / abklingend mit ihrer Eigenfrequenz. Bildet man das so ab, dass die Zeitachse ein Jahr umfasst, ist bei jedem Stimulus nur die höchste Schaukelauslenkung zu sehen, alle weiteren sind auf ein Jahr bezogen zeitlich so eng an der ersten, dass sie mit der zusammenzufallen scheinen (= Spike).
Woher das kommt, wurde mehrfach erklärt.
Was es bewirkt, wurde auch geschrieben, im schlimmsten aller denkbaren Fälle ganz leichter "buzz" beim Ton. Messtechnisch: schlechterer Fremdspannungsabstand. Im besten Fall ist die Auswirkung so schwach, dass sie unhörbar bleibt.
Wie dem begegnet werden kann ist ja inzwischen seitenlang hier erklärt und gezeigt:
Snubber oder nur Snubber-Kondensator zwischen den Trafoausgängen oder jeweils nach Mittenabgriff (= übliche Massnahme)
oder ausreichend schnelle Dioden (wenn Snubber vorhanden, sind alle Dioden ausreichend schnell)
oder fast recovery oder Schottky (macht man aber meist nicht, da teurer und nicht nötig, da einfacher und günstiger mit Snubber-Kondensator machbar)
Gruß
Reinhard
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21.01.2026, 20:09
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.01.2026, 20:34 von scope.)
Zitat:Wohl wahr: Da hat >uns< der Mauersegler nach wie vor am Haken.
Wer so denkt, muss sich die Frage gefallen lassen, ob er sich überhaupt mit Musikwiedergabe "auf höherem Niveau" oder nur mit der Messtechnik oder Simulation beschäftigt, sich aber bis heute trotzdem nicht darüber im Klaren ist, um welche Größenordnungen es da eigentlich geht, und was sie bewirken.
Ich schlage einen ganz einfachen, rudimentärenb Test vor, der ausdrücklich keine Spektrumanalyse beinhaltet, bei der man dann irgendwo ein paar Fiitzelchen findet, die 5 Sekunden später wieder an anderer Stelle auftauchen.
Wer viel Zeit mit Meßgeräten verbringt, weiss sicher was ich meine.
also...
Wir nehmen den Versuchsaufbau oder besser gleich eine halbwegs ordentliche Vorstufe. Das ist Praxisnah.
Erster Versuch mit den (manchmal) verbauten Kerkos über den Diodenstreckenn.
Mit einem guten, rauscharmen Scope und TK via Pin Barrekl am Siebelko, Bandbreite auf 20 MHz begrenzen, AC Kopplung
Wir schauen uns das Rauschen und Reste des immer dominanten Ripple an und setzen die V- Cursor.
Jetzt knipsen wir die vier Dioden ab und schauenn an, was da so passiert. Wenn da nichts zu sehen ist, sind die Einflüsse möglicherweise trotzdem im Rauschen versteckt, spielen aber keine Rolle.
Alternativ alle gängigen Messungen über die eingebaute Phonostufe mit beiden Situationen durchführen.
Audiophile Vollspinner sprechen gerne von "RF-Nebel", der die Schaltung aus dem Ruder laufen lässt, und die NF hörbar beeinflusst. usw. Diese
Leute bekommen selten einen Nagel in die Wand.
Wollt ihr wirklich auf dieser Stufe diskutieren? Ich bin mittlerweile zu alt und zu schwach  für diesen Müll
Was haltet ihr davon...Ich habe das früher oft gemacht, und so manches gelernt, was sich mit der Welt der Audio Esoterik überhaupt nicht
vereinbaren lässt.
Class D würde überhaupt nicht funktionieren, wenn an dem Unsinn etwas dran wäre, aber selbst da rasseln die Leute durch die Blindvergleiche.
Selbst dieser 8 Watt Verstärker klingt absolut unauffällig, obwohl er kein wirksames Filter besitzt.
Guter Klang für 2 € pro Kanal. Nur direkt messen kann man daran absolut gar nichts.
https://www.hifitechforum.de/t775f45392-AES-Filter.html
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21.01.2026, 20:16
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.01.2026, 20:41 von scope.)
Zitat:Muss denn diesem Effekt überhaupt begegnet werden? Ich kann bisher noch nicht erkennen, wie dieser Effekt am Ausgang des Endverstärkers oder zumindest in der Stromversorgung des Vorverstärkers überhaupt ankommen kann. Von welcher Größenordnung sprechen wir, dass er nicht von den Siebkondensatoren plattgemacht wird?
HF findet eigentlich immer einen Weg, aber wie IMMER geht es auch hier um die Größenorfnungen.
Remember: Ein Eierbecher wasser in die mit 240 Liter gefüllte Badewanne bedeutet in der Tat MEHR Wasser in der Wanne.
Es fehlen uns lediglich die Mittel, den Anstieg des Wasserpegels zu messen, da er so gering ausfällt. Drum ist er für den Badespaß auch total uninteressant.
Und jetzt kommen zwei oder drei "restlos Betäubte", die mit geschwollener Brust vorgeben, das alles mit ein wenig Planscherei und einer Quietscheente zu eruieren.
Lasst euch doch nicht auf diesen Blödsinn ein.
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• Inquisition
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21.01.2026, 20:50
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.01.2026, 22:16 von oldiefan.)
(21.01.2026, 18:41)gst schrieb: Muss denn diesem Effekt überhaupt begegnet werden? Ich kann bisher noch nicht erkennen, wie dieser Effekt am Ausgang des Endverstärkers oder zumindest in der Stromversorgung des Vorverstärkers überhaupt ankommen kann. Von welcher Größenordnung sprechen wir, dass er nicht von den Siebkondensatoren plattgemacht wird?
Wie der Effekt ankommt?
Über EMI, vorzugsweise sind vermutlich hochohmige Schaltungsbereiche betroffen, z.B. im Vorverstärker. Stromversorgung eher nicht, die ist - da meist niederohmig und gut abgeblockt, unempfindlicher gegen EMI.
Grössenordnung:
Siehst Du direkt auf dem Oszilloskopbild der hier vorher gezeigten Messungen:
Ohne Gegenmassnahmen 0,5-2 V Amplitude HF-Spike (1 MHz). An gewöhnlichem Trafoausgang, ohne Zusatz-Streuinduktivität. Das sieht relativ zur gesamten Spannungsamplitude s-s von fast 38 V nach wenig aus (1-3 %), aber 0,5-2V HF-Störamplitude ist absolut gesehen nicht "wenig". HF relativ auf die Netzteilspannung zu beziehen, ist auch nicht korrekt, denn sie breitet sich auf anderem Weg aus.
![[Bild: b1J7Svrl.jpeg]](https://i.imgur.com/b1J7Svrl.jpeg)
(vertikal 1 DIV = 5 V)
Nimm mal ein Schaltnetzteil oder einen Schaltwandler mit angeschlossener Last. Der sendet auch Pulse mit mehreren 100 kHz bis mehrere MHz. EMI Effekt Kannst Du damit testen. Einige Geräte (Vorverstärker, offen), Phonoverstärker, offen) werden sich davon vielleicht nicht beeindrucken lassen, andere schon.
Noch einfacher, stelle ein Schaltnetzteil, Schaltwandler neben ein Radio (oder Kofferradio, selbst mehrere m Entfernung funktionieren) und versuche dann mit dem Radio Mittelwelle zu empfangen.
Quantitativ: Schaltnetzteil als Stromquelle für Radio stört Mittelwelle stark, selbst wenn die HF-Störamplitude auf der Ausgangs-Gleichspannung nur 2-5 mV (Spitze) ist (der "Eierbecher pro Badewanne") und das Schaltnetzteil weit entfernt steht.
Es gibt auch Audiogeräte, Verstärker, sogar Radioempfänger mit Schaltnetzteil. Nicht von ungefähr sind die besonders gut abgeschirmt eingebaut.
SONY TA-F70
https://old-fidelity-forum.de/archive/in...12255.html
Und in Class-D Verstärkern sind natürlich Snubber und Drosseln verbaut, damit die HF-Störungen unterdrückt werden. Ohne die und den dort obligatorischen Ausgangsfilter wäre das Ausgangssignal "unterirdisch".
Im Vergleich dazu ist die "Entstörung" eines Trafonetzteils sogar lächerlich simpel und löst das Problem zufriedenstellend - auch ohne schnelle Dioden im Brückengleichrichter.
Gruß
Reinhard
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